Archiv für Juni 2010

Ergebnisse der Tante-Emma-Umfrage (2)

Montag, 28. Juni 2010

Über ein Drittel der Befragten (35 Prozent) halten die Prinzipien der Tante-Emma-Läden auch heute noch für gut bis sehr gut übertragbar. Nur etwa 13 Prozent halten sie nicht für zeitgemäß. Dieses Ergebnis unserer Tante-Emma-Umfrage hat uns positiv überrascht. Ebenfalls haben wir uns über die zahlreichen Antworten gefreut, die konkret auf die Fragen eingegangen sind. Viele der 200 Teilnehmer haben wirklich umfassende Ergebnisse geliefert.

In diesem Beitrag stellen wir ausgewählte Antworten auf die erste Frage vor: „Welche Prinzipien von Tante Emma sind heute noch zeitgemäß und wie lassen sich diese auf die virtuelle Ladentheke übertragen?“ In späteren Artikeln wollen wir einzelne Aspekte dann noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Aspekt „Service“

  • Außergewöhnliche Serviceleistungen, die ein großes Unternehmen nicht leisten kann
  • Servicecharakter ist im Internet so wichtig wie früher (funktionierende Beratung, perfekte Reklamationsabwicklung)
  • Schneller und kompetenter Allround-Service
  • Es muss alles schnell gehen und das geht nur noch mit hoch durchdachter Technik und Logistik (schnelle direkte Bedienung, Kontaktaufnahme und Lieferung vor Ort)
  • Kostenlose Zugabeartikel, Bonusaktionen
  • Kein Mindestbestellwert
  • Kombination Laden-Online
  • Deutschsprachiger, eindeutiger Name mit entsprechender Kontaktadresse

Aspekt „Gute Beratung“

  • Live-Chat / Online-Chat
  • Kostenfreie Telefon-Hotline (mit Fachpersonal)
  • Zusätzliche Fragen beantworten (Ratschläge, Hinweise und Tipps)
  • Wiki zur Verfügung stellen
  • Kundenorientierter Service, z.B. einfache Menüführung
  • Qualifizierte und individuelle Beratung
  • Ehrliche und fachgerechte Beratung beim Kauf
  • Direkter Ansprechpartner bei Problemen
  • Zeit für den einzelnen Kunden
  • Nachhaken, ob Produkt den Wünschen und Vorstellungen entspricht
  • Einfache Problemlösung

Aspekt „Persönliche Ansprache“

  • Persönliche und individuelle Kundenbetreuung bei direktem Kundenkontakt
  • Persönliche Einkaufsbedürfnisse werden erkannt
  • Verschiedene Bestellmöglichkeiten stehen dem Kunden zur Verfügung
  • Persönliche Vorlieben und Lebensumstände werden berücksichtigt
  • Sofortiger Kontakt mit Menschen
  • Eine virtuelle Persönlichkeit mit distanzierter Nähe

Aspekt „Prinzipien“

  • Alte Werte wie Freundlichkeit und Ehrlichkeit wieder aufleben lassen
  • Kulanz und Entgegenkommen
  • Achtung und Respekt
  • Wiedererkennung der Kunden
  • Erfahrung und Bildung
  • Bescheidenheit und Moral
  • Offenheit für ungewöhnliche Lösungen

Aspekt „Kundenbeziehung“

  • Kundenservice (Freundlichkeit, Kompetenz, gute Betreuung)
  • Kundenbindung (Stammkunden)
  • Aufbau einer persönlichen Beziehung
  • Regelmäßiger Newsletter mit Mehrwert
  • Das persönliche „Kennen“ des Kunden ist noch zeitgemäß
  • Individualisierung, nicht  Daten sammeln und verwerten
  • Vertrauen zum Unternehmen

Aspekt „Sortiment“

  • Breitgefächertes Sortiment
  • Übersichtliche Produktpalette, in der sich der Kunde nicht verliert
  • Außergewöhnliche Auswahl an hochwertigen Produkten
  • Regionale Waren evtl. mit Lieferservice örtlicher Geschäfte
  • Sortimentsanpassung auf Kundenwunsch hin (Flexibilität)
  • Schnäppchen
  • Übersichtliche Produktdarstellung

Natürlich wollen wir Ihnen auch die Antworten derjenigen nicht vorenthalten, die das Konzept von Tante Emma in keinster Weise für zeitgemäß halten. Sie schreiben unter anderen, dass individuelle Betreuung heute eine untergeordnete Rolle spielt, dass sich diese ohnehin nicht auf die virtuelle Situation übertragen lässt (“zu unpersönlich”) und dass Tante Emma im Vergleich einfach zu teuer war.

Besonders gut hat uns folgende Antwort gefallen: “Das Internet ist anonym und unpersönlich. Ein Cookie kann Tante Emma niemals ersetzen!“ – Was halten Sie davon? Wie ist Ihre Meinung zur Übertragbarkeit der Prinzipien auf den Online-Handel?

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iPad bringt neue Impulse für den Online-Handel

Donnerstag, 24. Juni 2010

Vor einigen Tagen das das exciting commerce blog die Frage gestellt, was das iPad an Impulsen für den (Online-) Handel bringt. Zugleich hat der Autor Jochen Krisch dazu aufgerufen, sich mit eigenen Kommentaren zu beteiligen (natürlich gab es auch eine kleine Belohnung dafür …). Es geht ihm in der Debatte vor allem darum, „welche neuen Anwendungsfelder und Einsatzmöglichkeiten sich erschließen lassen und welche neuen Geschäftsmodelle für den E-Commerce erst durch das iPad möglich werden“:

  • Was verändert das iPad im E-Commerce?
  • Welche neuen Anwendungsfälle sind vorstellbar -- online und offline?
  • Wie wird das iPad das visuelle Shoppingerlebnis verändern?
  • Welchen Produktkategorien wird das iPad zum Durchbruch verhelfen?
  • Welche Chance haben browserbasierte Anwendungen gegen iPad Apps?
  • Wie schnell wird sich das iPad durchsetzen?

Bis dato sind 16 mehr oder weniger lange Kommentare eingetrudelt, die mit wirklich interessanten Antworten aufwarten. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen und natürlich auch kommentieren.

Spielerischer Umgang mit Produkten

Ein tolles, wenn auch leider „gefaktes“ Video zeigt den spielerischen Umgang mit Produkten. Wenn diese Form des Online-Shoppings in den kommenden Monaten möglich würde, würden sich die Händler vor begeisternden Kommentaren und steigenden Umsätzen kaum retten können:

In eine ähnliche Richtung geht auch der Kommentar: „Mit der Zoomfunktion eines iPads wird speziell bei hochauflösenden Bildern das Shoppingerlebnis im Internet ganz neu definiert. Die User werden mehr Spaß daran haben.“

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Berlin oder Buxtehude – Online zum Erfolg

Dienstag, 22. Juni 2010

“Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Online-Präsenz und der Marketing-Strategie eines Unternehmens.” Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist in Zeiten der Globalisierung längst Wirklichkeit geworden. Schließlich kommt es heutzutage nicht mehr darauf an, ob ein Ladengeschäft am Berliner Ku’damm oder in einem Vorort von Buxtehude liegt. Unternehmen entstehen heute buchstäblich auf der “grünen Wiese”, weil durch eine professionelle Logistik Waren zeitnah über den Globus versendet werden können.

“Kleine Bretterbuden hinter dem Deich” haben online die Möglichkeit, mit den ganz Großen mitzuhalten – unabhängig von der Lage oder der Größe des Firmengebäudes. Es war schon immer eine Stärke guter Versandhändler, Emotionen auch über die Distanz zu vermitteln. Doch dafür braucht auch eine “Bretterbude” einen klaren USP.

Kriterien für den Online-Erfolg aus Buxtehude

Nicht ganz in Buxtehude, aber doch sehr ländlich, ist die Firma Deerberg in der Lüneburger Heide gestartet. Mittlerweile gibt es drei Outlets in Lüneburg, Münster und Zeil am Main. Dennoch macht der Versandhändler für Schuhe und Kleidung seinen regionalen Bezug zur Markenbotschaft:

“Die Wärme eines bodenständigen, schwedischen Elternhauses mitten in der Lüneburger Heide? Besuchen Sie uns und lassen Sie sich inspirieren!”

Dabei liegt dem Händler auch die gesellschaftliche Verantwortung am Herzen. So ist das “Lindgren Hus” ein Projekt, in dem die Auszubildenden das Ruder übernommen haben. “Bei Deerberg haben wir schon immer nach einem Weg gesucht, die Auszubildenden praxisnah und handlungsorientiert auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten. Was eignet sich dafür besser als echte wirtschaftliche Verantwortung? Wir möchten jungen Menschen Perspektiven in Form von selbstständigem Lernen geben.”, meint Geschäftsführer Stefan Deerberg.

Für den Online-Erfolg kommt es darauf an, diesen authentischen Charakter ins Internet zu übertragen:

  • Individuelle Texte, die von der Tonalität her zum Unternehmen und seinen Produkten passen
  • Stimmige Bildsprache bei der Auswahl der Models und der Settings
  • Geschulte und “eingeschworene” Betreuer im Kundendienst, die auch beraten können und nicht nur Standardtexte runterrattern
  • Zusätzliche Services, die nicht zum “Standard” gehören
  • Kommunizieren der Werte, für die man steht

Bei Deerberg finden sich diese Punkte: Wer sich mit der Garantie und den Beratungsleistungen beschäftigt oder im Bereich “Aktuelles” und “Beruf und Familie“ stöbert, stößt schnell auf eine durchdachte Kommunikation:

“Ganzheitliches Denken heißt für uns, Verantwortung zu übernehmen und über den Tellerrand unseres Unternehmens hinaus zu schauen. Dazu gehört unsere Mode, die nicht nur bequem ist, sondern ein Zeichen setzt für verantwortungsvolles Umgehen mit Menschen und der Natur.”

Wer es schafft, diese Werte online zu transportieren, für den spielt es keine Rolle, ob er in Berlin, Buxtehude oder der Lüneburger Heide tätig ist. Der klare USP trägt die Kommunikation weit über die Grenzen der Region hinaus. Der Erfolg wird dann nicht lange auf sich warten lassen.

 


Ergebnisse der Tante-Emma-Umfrage (1)

Montag, 21. Juni 2010

Vor einigen Wochen haben wir hier im Blog und auch an anderen Stellen eine Umfrage gestartet, inwieweit das Konzept von “Tante Emma” heutzutage noch relevant ist. Sie erinnern sich vielleicht noch an unsere These: “Individual Marketing im Online-Handel bedeutet, die Philosophie der Tante Emma-Läden im Netz umzusetzen, um Kunden einen zusätzlichen Nutzen zu bieten!”

Herausgekommen sind wirklich sehr interessante Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Welche Prinzipien von Tante Emma sind heute noch zeitgemäß und wie lassen sich diese auf die virtuelle Ladentheke übertragen?
  • Welche Chancen sehen Sie in der Realisierung?
  • Welche Hindernisse sehen Sie in der Realisierung?

Insgesamt haben wir über 200 Rückmeldungen auf diese Fragen erhalten, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Dazu haben wir die Antworten nach Kategorien sortiert und präsentieren Ihnen die Ergebnisse in mehreren Artikeln hier im dbu-Blog.

Zahlenmäßige Auswertung der Ergebnisse

Von den Befragten halten etwa 35 Prozent die Prinzipien von Tante Emma für gut bis sehr gut übertragbar, etwa 23 Prozent sehen mittlere bis gute Chancen, etwa 13 Prozent halten sie für nicht zeitgemäß und nicht übertragbar (restliche 30 Prozent = keine Aussage). Damit sieht ein überwiegender Teil der Befragten immerhin gute Möglichkeiten, auch heute noch die Philosophie der Tante-Emma-Läden zu realisieren, wobei es aufgrund der Antworten zahlreiche Hinweise gibt, was in Hinsicht auf das Online-Geschäft genau darunter zu verstehen ist.

In den kommenden drei Artikeln lesen Sie, welche Maßnahmen das sind, worin die Chancen einer solchen Methodik liegen und welche Hindernisse die Befragten in der Realisierung sehen. Wie ist Ihre Meinung dazu? Hinterlassen Sie auch hier gerne noch Ihren Kommentar zu diesem Thema.

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Das Aktionscockpit bringt Ihren Umsatz in Schwung

Donnerstag, 17. Juni 2010

Wenn Sie die Grafik aus diesem Artikel noch nicht gesehen haben, durfte ich Sie vermutlich nicht bei meinem Vortrag auf den mailingtagen 2010 in Nürnberg begrüßen. Wie angekündigt, sprach ich am 16. Juni im Forum über den Wert eines Kunden im Online-Geschäft. Was hier recht abstrakt im Modell dargestellt ist, erschließt sich vielleicht nicht auf den ersten Blick, deshalb lassen Sie uns doch einfach noch einen zweiten Blick darauf werfen. 

Eine gute, also glaubwürdige und auf den Kunden passende Kommunikation ist bekanntlich eine komplexe Angelegenheit. Denn der Dialog läuft auf immer mehr Ebenen gleichzeitig ab:

  • Unternehmen kommunizieren auf den verschiedensten Kanälen. Häufig laufen parallel mehrere Kampagnen, die teils die gleichen Kunden ansprechen, aber von unterschiedlichen Abteilungen unabhängig gesteuert werden.
  • Zusätzlich hat der Kunde vielleicht mit dem Unternehmen Kontakt, weil er gerade etwas bestellt oder eine Frage (Reklamation) hat. Der Kundenservice ist also eine weitere Abteilung, die mit dem Kunden kommuniziert.
  • Vielleicht reagiert der Kunde aber schon gar nicht mehr auf die Angebote, weil er aus irgendeinem Grunde unzufrieden ist. Diese Erkenntnis fließt gegebenenfalls in die Reaktionsdatenbank ein.
  • Alle diese “Kommunikationshäppchen” laufen nebeneinander her. Wenn das Gesamtbild nicht berücksichtigt wird, verpufft die Wirkung des Kundendialogs.  Der Kunde fühlt sich wie ein “Standardfall” behandelt; und das Unternehmen verschwendet Geld in unwirksamen Werbemaßnahmen.
  • Diese Herausforderung lässt sich nicht ohne Technik lösen. Es braucht ein “Aktionscockpit“, das sämtliche Informationen bündelt und daraus Vorgaben für abgestimmte Werbemaßnahmen festlegt. Es geht dabei um die Frage, was wann über welchen Kanal an wen kommuniziert wird.

Gleichzeitig glauben wir, dass es weiterhin “Push”-Kommunikation geben muss. Nur über “Pull”-Kommunikation (Social Media, “Selbstbedienung”) lassen sich nicht so viele direkte Umsätze erzielen, selbst wenn diese den Verkauf kontinuierlich unterstützt. Es geht darum, eine maßgeschneiderte Botschaft an eine ausgewählte Zielgruppe zu verschicken. Dafür braucht es die aktive Steuerung (“Aktionscockpit”) und ein Verständnis für die vielschichtigen Zusammenhänge der Kommunikation.

Wir laden Sie ein, diesen und andere Beiträge rund um die Multichannel-Kommunikation mit uns zu diskutieren. Hinterlassen Sie dafür einfach einen kurzen Kommentar!

 


Stammkunde vs. Neukunde – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Montag, 14. Juni 2010

Das Web 2.0 erleichtert den Dialog, auch im Versandhandel. In der gleichnamigen Gruppe auf der Business-Plattform XING gab es vor einigen Wochen eine interessante Diskussion, an der sich auch unser Geschäftsführer Dieter Brändli beteiligte. Erörtert wurde die Frage, ob sich im Versandhandel bei der Konzeption und Umsetzung von Marketingmaßnahmen noch zwischen Stammkunden und Neukunden unterscheiden lässt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Kundensegmentierung im Angesicht der zunehmenden Bedeutung des Internet an Relevanz verlieren könnte.

Brändli glaubt nicht, dass das Internet an der Notwendigkeit etwas Grundlegendes ändert, die Kundenbehandlung zu differenzieren: “Im Versandhandel unterscheidet man nach meinen langjährigen Erfahrungen natürlich sehr wohl zwischen Stamm- und Neu-Kunden. Dies hängt allein schon mit der Angebots-Effizienz und der Kundenbeziehungs-Qualität (…) zusammen.”

Sinnvollerweise – so ergänzt er – solle sich die Angebots- und Servicekommunikation nach dem jeweiligen Kundenstatus ebenfalls differenzieren, etwa in Bezug auf die Kunden-Dauer oder die Aktivität des Kunden.

Wir finden auch: letztlich ist die Entwicklung der Beziehung zum einzelnen Kunden wichtig, nicht der Vertriebs- oder Kommunikationskanal oder die dahinter stehende Technik. Insofern spielt es aus unserer Sicht keine Rolle, ob es um Print oder Internet geht – die Unterscheidung zwischen Stammkunden und Neukunden spielt nach wie vor eine große Rolle.

Brändli führt im Laufe der Diskussion weiter aus: “Pauschale Behandlungskonzepte sind auf Dauer wenig erfolgversprechend – deshalb wird man auch klären müssen, inwieweit Differenzierungen nach vom Kunden verwendeten Kanälen bzw. Instrumentarien sinnvoll sind.”

Eine Schwierigkeit besteht im Internet sicherlich darin, einen Stammkunden zu erkennen, bevor er sich einloggt. Schließlich lässt sich der Wiederkäufer nicht wie im Ladengeschäft persönlich begrüßen, sondern ist – gewissermaßen getarnt mit “Hut und Sonnenbrille” – nur virtuell auf Shoppingtour. Wie viele Ihrer Kunden löschen Cookies oder verweigern ein Newsletter-Abo? Und wie gelingt es Ihnen, einen persönlichen Draht zu diesen Kunden herzustellen?

Insofern haben Stammkunden im Internet doch wieder etwas mit Neukunden gemeinsam: Wenn sie anonym stöbern wollen, brauchen Sie sich einfach nur auszuloggen …

 


Blogserie Multichannel (1): Turmbau zu Babel

Donnerstag, 10. Juni 2010

Keine Sorge, wir wollen hier im dbu Blog nicht Ihr Bibelwissen abfragen, aber sicher ist Ihnen die Geschichte vom Turmbau zu Babel dennoch geläufig. Wer nachlesen möchte, findet sie im 1. Buch Mose, Kapitel 11 (Verse 1 bis 9). Das Ende vom Lied: Der Herr verwirrte die Sprache aller Welt und zerstreute die Menschen über die ganze Erde.

Ganz ähnlich empfinden wir es, wenn in den Medien heute von „Multichannel“ die Rede ist. Alle sprechen darüber, aber jeder meint etwas komplett anderes damit. Sehr faszinierend, wie wir finden. Deshalb ist uns der Begriff Multichannel eine kleine Blogserie wert, die wir in den kommenden Wochen hier veröffentlichen werden.

Lesen Sie in den nächsten Folgen der Multichannel-Blogserie:

  • Teil 2: Multichannel für Werber
  • Teil 3: Multichannel für Web- und Mobile-Experten
  • Teil 4: Multichannel für “Old-School” (Katalog-)Versandhändler
  • Teil 5: Multichannel wie wir es verstehen

Bei diesen fünf Teilen muss es aber nicht bleiben. Vermutlich gibt es noch zahlreiche weitere Definitionen des Begriffs. Gerne greifen wir Ihre Ideen und Impulse in dieser Blogserie auf. Hinterlassen Sie dafür einfach einen kurzen Kommentar auf diesen Beitrag.

Haben Sie vielleicht sogar Interesse, einen Artikel zu diesem Thema als Gastautor einzureichen? Dann melden Sie sich gerne bei uns!

 


Kaufen Sie anders! Kommunizieren Sie anders!

Dienstag, 08. Juni 2010

Was beim Internetportal www.myfab.com wie ein innovatives Geschäftsmodell klingt, basiert auf uralten Prinzipien des Versandhandels. Vielleicht ist dieser Weg deshalb so beliebt: Die User kaufen online und direkt ab Fabrik – ohne Zwischenhändler. Myfab und andere Anbieter produzieren nur auf Nachfrage genau die bestellte Stückzahl, wie bei Büchern gewissermaßen “on demand”. Dann erfolgt die Lieferung direkt von der Fabrik zu den Endverbrauchern. 

Myfab verspricht: Keine Zwischenhändler, die eine Marge einstreichen, keine Fehl- oder Überproduktionen, keine Lagerkosten oder teuren Ladenmieten. Die Kunden profitieren von den günstigeren Preisen, die im direkten Zusammenhang mit den Herstellkosten stehen.

Da war doch mal was …?

Früher schickten Versandhändler einen kleinen Teil der Katalogauflage vorab raus, erstellten auf Basis der Rückmeldungen Prognosen für den Absatz und ließen je nach Popularität mehr oder weniger Artikel in Fernost produzieren. Heute gibt es im Online-Handel auch einige Konzepte, die virtuelle Möglichkeiten bieten, die neue Kollektion vorzutesten. Nur wird dieser Zweck häufig nicht offen kommuniziert.

Myfab macht es anders; sie kommunizieren anders. Die Innovation liegt also ausschließlich in der Kommunikation: “Tue Gutes (für den Kunden und für dein Geschäft) und rede darüber!” Was vorher internes und geheimes Prozesswissen war, macht Myfab seinen Kunden transparent und beteiligt sie – durch niedrigere Preise und allein schon durchs Einweihen in die Geheimnisse des Handels. Wenn das mal nicht “Involvement” ist, wie es im Marketing-Lehrbuch steht …

 


Welche Web 2.0 Elemente werden in e-Shops eingesetzt?

Freitag, 04. Juni 2010

Der Kundendialog gehört zu den entscheidenden Erfolgskriterien eines jeden Online-Shops. In unserer Studie “Modemarken erobern das Internet – aber noch nicht den Kunden” haben wir insgesamt sechzig Textillieferanten ab 50 Millionen Euro Umsatz untersucht und diese vor dem Hintergrund einer mehrkanaligen Ansprache an den Kunden bewertet: Mit teilweise erschreckenden Ergebnissen!

Besonders beim Einsatz von Web 2.0 Elementen haben viele e-Shops der Textillieferanten noch erheblichen Nachholbedarf. Vor allem sind interaktive Dialog-Elemente wie eigene Communities (14 Prozent) und Produktbewertungen (6 Prozent) nur in die wenigsten e-Shops integriert. Nahezu ein Drittel alle untersuchten e-Shops setzt erst gar keine „Web 2.0“-Elemente ein und verzichtet damit vollständig auf den neuen Kommunikationskanal.

Allerdings fanden wir in der Hälfte aller Fälle immerhin ein Empfehlungsformular bzw. in rund einem Drittel der Online-Shops eine Feedbackfunktion. Beide Elemente waren zu Beginn der Online-Aktivitäten besonders gefragt. In den letzten Monaten und Jahren ging der Trend allerdings deutlich zum Mitmach-Web und der Interaktivität zwischen Kunde und Verkäufer. Wenn sich Käufer mit dem Shop stärker identifizieren, weil sie im Dialog mit ihren Fragen und Bedürfnissen abgeholt werden, entwickelt sich Kundenbindung ganz von allein. Es bleibt also zu hoffen, dass mehr Textillieferanten die Chancen des Web 2.0 erkennen und in den Dialog treten – auch und gerade innerhalb der e-Shops.

In den vergangenen Wochen ist zu beobachten, dass immer mehr Mode-Marken auch auf Facebook aktiv werden. Bisher sind dies meistens nur erste Tests, die von Kunden kaum wahrgenommen und im e-Shop häufig auch noch gar nicht integriert und verlinkt werden. Die absolute Ausnahme stellt hier Hugo Boss dar, denen es gelungen ist, über 250.000 Fans für ihre Marke zu begeistern. Für alle anderen gilt: testen und ausprobieren ist gut – aber der Effekt bleibt vorerst gering.

 


Welchen Wert hat ein Kunde im Online-Geschäft?

Mittwoch, 02. Juni 2010

Es klingt paradox: Klassische Werber lernen mehr und mehr die Vorteile der Messbarkeit direkter Werbeformen zu schätzen. Zur gleichen Zeit verlieren Direktmarketer, die über Jahrzehnte akribisch die Effizienz ihrer Marketing-Maßnahmen optimiert haben, die Grundlage ihrer Steuerung. Bei der heutigen Vielzahl von Kampagnen in Print, Online und POS ist es unmöglich geworden, die Kundenreaktionen (Umsätze) den Maßnahmen (Werbekosten) eindeutig zuzuordnen.

In einem Vortrag bei den mailingtagen 2010 zeigt dbu-Geschäftsführer Ralf Ziebula, wie Direktwerbende ihre Multichannel-Kampagnen integriert steuern und welche Prozesse auf den Prüfstand gehören. Am 16. Juni 2010 um 16.15 Uhr erhalten Sie die Antwort auf die Frage: “Können Sie Ihre Multichannel-Kampagnen wirklich noch bewerten?”

Welche Fragen aus dem Online-Marketing sind für Sie sonst wichtig?

Zu welchen Themen dürfen wir uns hier im Blog für Sie Gedanken machen? Hinterlassen Sie uns gerne dazu einen Kommentar. Wir freuen uns, auch bei den mailingtagen mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

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