Archiv für die Kategorie ‘Kundenbindung’

Auf Wiedersehen im E-Commerce!

Sonntag, 28. August 2011

Mit diesem Posting verabschiedet sich das dbu-Team und sein e-Commerce-Blog von Ihnen, liebe Leser! Wir blicken zurück auf anderthalb Jahre spannender Auseinandersetzung mit Themen rund um Online-Handel, Multichannel und Social Media Marketing. Wir haben uns über Ihre Feedbacks (sei es als Kommentar, per E‑Mail oder im persönlichen Gespräch) und den Dialog mit Ihnen immer sehr gefreut. Deshalb ist uns die Entscheidung, nach der Sommerpause nicht wieder mit regelmäßigen Artikeln ins Bloggen einzusteigen, auch nicht leicht gefallen. Strategische Veränderungen führen manchmal dazu, auch unliebsame Entscheidungen treffen zu müssen.

Dennoch hoffen wir sehr, Sie an anderer Stelle wiederzutreffen. Die (virtuelle) Welt ist ein Dorf und auch das Thema E-Commerce wird uns sicher weiter beschäftigen. Bis dahin stöbern Sie doch noch einmal durch über 100 Fachbeiträge in 2010 und 2011 und verschaffen sich einen Überblick in Sachen “Exzellenz in Kundenorientierung” á la dbu:

Blogserie zur Kundenwertsteuerung

Blogserie „Tante Emma im Einzelhandel“

Blogserie „Definition Multichannel“

Blogserie „Online-Shop des Monats“

Datenschutznovelle – ein Drama in 3 Akten

Interviews mit Shop-Betreibern & e-Commerce Fachleuten

Weitere beliebte Artikel aus dem dbu e-Commerce Blog aus 2010

Weitere beliebte Artikel aus dem dbu e-Commerce Blog aus 2011

Auf Wiedersehen im Netz und in der bunten Welt des Online-Handels,
Ihr Ralf Ziebula & Team der dbu Unternehmensberatung, Karlsruhe

 


Interaktive Gestaltung von Marken-Produkten 2.0

Dienstag, 07. Juni 2011

„Willst Du viel, spül mit Pril“ – doch leider ist nicht immer alles flüssiges Gold, was glänzt. Das spürte in den vergangenen Wochen auch der Henkel-Konzern, der im Sinne des Web 2.0 einen interaktiven Wettbewerb für die Gestaltung der Pril-Flasche ins Leben rief. Im Oktober sollen diese limitierten Editionen in den Handel kommen. Zunächst sah noch alles ganz rosig aus; über 50.000 Einsendungen gingen innerhalb kürzester Zeit ein. Doch darunter waren – wer hätte es anders erwartet – auch ganz „drollige“ Entwürfe, die den Zuspruch der Fans fanden. Nachdem Henkel diese zunächst aussortierte und dann durch eine Jury die eher „konservativen“ Entwürfe an die Spitze setzte, gab es mächtig Kritik in Facebook-Hausen.

Beim PR-Blogger oder auch bei t3n liest sich die Geschichte recht amüsant, doch dahinter steht der verzweifelte Versuch eines Konzerns, die Kunden in die Gestaltung ihrer Markenprodukte einzubeziehen, ohne das Ruder komplett aus der Hand zu geben. Dies ist ein sehr schmaler Grat, da sich die Netzgemeinde nur ungern vor einen allzu festen Karren spannen lässt.

Interaktion mit den Konsumenten nimmt zu

Über ein ähnlich „kreatives“ Beispiel in einem Gewinnspiel von OTTO hatten wir Anfang des Jahres berichtet. Doch trotz dieser Stolpersteine scheint es bei Markenherstellen immer beliebter zu werden, in Interaktion mit den Konsumenten zu treten. Im Frühjahr machte Rittersport mit seiner Blog-Schokolade auf sich aufmerksam. Hier konnten Schokofreunde eine neue Sorte „erfinden“ und wie im Pril-Beispiel wurde öffentlich darüber abgestimmt. Zur Verbreitung dieser Abstimmung konnte jeder Website-Besitzer die Abstimmung per Widget (eine kleine Software-Applikation) auf seiner Seite integrieren.

Ergebnis der Abstimmung ist die Sorte „Cookies & Cream“, für die jetzt aufgrund der großen Resonanz im zweiten Schritt die Gestaltung der Verpackung gesucht wird. Auch darüber lässt das Unternehmen die Nutzer entscheiden, um aus einer Auswahl den Favoriten zu küren. Natürlich ging auch das Ritter-Sport-Crowdsourcing nicht ohne die üblichen Belustigungen über die Bühne. So erlangte die Sortenidee „Mett“ per Twitter schnell große Bekanntheit, konnte sich aber am Ende doch nicht gegen die Jury durchsetzen.

Ein weiteres Beispiel lieferte McDonalds im Frühjahr 2011 mit der Aktion „Mein Burger“. Am Ende gab es fünf Finalisten und einen Gewinner, dessen Burger „Just Stevinho“ im Sommer beim Fast-Food-Restaurant in den Verkauf kommt. Da die Auswahl der Zutaten zwar grundsätzlich recht vielfältig war, aber keine eigenen Vorschläge gemacht werden konnten, verlief diese Aktion ohne besondere Vorkommnisse. Vielleicht liegt auch hierin das Geheimnis, um sich „Trolle“ und andere unliebsame Einsendungen vom Hals zu schaffen.

Durch eine Radio-Werbung sind wir noch auf eine weitere aktuelle Aktion gestoßen, dieses Mal von „Frische Brise“, bei der die Konsumenten aufgefordert sind, von ihren Dufterinnerungen zu berichten. Eine kurze Beschreibung und ein Foto sollen die besondere Stimmung des Dufterlebnisses auch ohne olfaktorische Unterstützung erleben lassen. Bislang sind über 400 Einsendungen zusammen gekommen, für die jetzt ebenfalls ein Voting stattfindet. Um die Teilnahme anzukurbeln, lockt auch dieses Mal ein Gewinn in Form einer Reise nach Bali bzw. Madeira.

Die Marken-Hersteller entdecken neue Wege zum Konsumenten und kommen diesen dank Social Media-Aktivitäten auch näher als es per Postkarte oder TV-Spot je möglich war. Fraglich ist allerdings, ob sich dieser Trend abnutzt und es für nachfolgende Aktionen schwieriger macht, genug Menschen zu erreichen. Oder sind es am Ende gar immer die gleichen Personen, die sich an solchen Aktionen beteiligen, die vielleicht noch nicht einmal zu Käuferkreis zählen? Manch einer nutzt die Gewinnspiele eben auch als Trittbrettfahrer, um das eigentliche Anliegen zu stören oder zumindest als humoristische Bühne zu nutzen. Wir sind gespannt, was die User etwa aus der aktuellen Mini-Kampagne „It’s personal“ machen, bei der Fotos von Usern auf einer großen Videowand sowie in den Social Media Kanälen eingebunden werden. Der Kreativität sind ja auch hier wieder mal kaum Grenzen gesetzt …

 


Kundenorientierung im Alltag: Wenn, dann draußen – Expedition Schneckenzaun!

Donnerstag, 12. Mai 2011

Immer wieder hört man Geschichten über teilweise abenteuerliche Erfahrung beim Einkaufen, egal ob online oder offline. Daher starten wir hier im Blog eine neue Rubrik „Kundenorientierung im Alltag“. Wir werden an dieser Stelle positive und negative Erlebnisse von Bekannten und Kollegen aufgreifen und Ihnen davon berichten.  

Kundenbindung sollte ja bekanntlich schon beim ersten Kundenkontakt anfangen, … aber lesen Sie selbst:

Die Vögel zwitschern, die Sonne wärmt, die Kleidung wird dünner, die Außerhausaktivitäten nehmen zu. Die einen gehen in die Stadt und möchten die Garderobe mit Frühlingsfarben auffrischen, die anderen versuchen ihrem Garten wieder Herr zu werden und bummeln durch die Gartenmärkte, auf der Suche nach neuen Ideen den Garten schöner oder das Arbeiten darin einfacher zu machen. Wie meine Kollegin, die nicht, wie im letzten Jahr, den Schnecken wieder das ganze Terrain, mit allen zarten Gemüsepflänzchen, als Abendmenü oder Mitternachtsmahl überlassen will.

Aus verlässlichen Quellen hat sie, als angehende Hobbygärtnerin, von einem Schneckenzaun erfahren, der die Plagegeister sicher abwehren und ihre zartbesaiteten Pflänzchen schützen soll. Denn das Experiment „den Schnecken gut zuzureden“ war letztes Jahr leider nicht erfolgreich.  Also ein neuer Versuch mit abwehrender Hardware.

Der Schneckenzaun ist individuell zusammensetzbar: aus 90° Metallwinkel und 1-Meter lange Metallplatten, die nach außen scharfkantig gebogen sind und den Schnecken beim Überhangeln der Kante die Lust am weiter schleimen nehmen soll.

Im örtlichen Gartenmarkt meines Vertrauens (Raiffeisenmarkt) begleitete mich das fachkundige Personal gleich zum richtigen Regal. Blitzschnell konnte ich überblicken, dass sich hier noch etwas tun müsste, um mich zu einer zufriedenen Kundin zu stimmen.  Mein fachkundiger Begleiter bemerkte noch nichts und so fragte ich ihn, welche Figur ich wohl mit drei 90° Winkeln stecken sollte. „Ach so, da hat wohl ein Kunde nur einen Winkel mitgenommen“, war seine Antwort, die mich kurz fantasieren ließ, was DIES wohl für eine Figur hätte ergeben können. Ich dachte dann noch, gut, dass dieser Kunde die Möglichkeit hatte, einen losen Winkel zu bekommen, ich hätte mich für ein abgepacktes Paket mit vier Winkeln entschieden. Da der fachkundige Mitarbeiter mir keine weitere Hilfe anbieten konnte oder wollte, war hier also kein Geschäft zu machen.

Zwei Tage später, an einem Freitag,  begab ich mich in ein Dehner-Gartencenter. Hier fand ich recht schnell das passende Regal, doch auch hier stellte ich mir die Frage, was ich wohl mit zwei Winkeln so machen könnte. Auch hier konnte der Verkäufer meine offensichtliche Verzweiflung nicht gleich teilen. Auf die Frage, was ich denn mit zwei Winkeln tun könnte, sagte er nur: „Montag wiederkommen“. Aber es war Freitagnachmittag, die Sonne schien, es war warm und ich wollte nicht bis Montag und schlechtes Wetter warten. Auf die Idee, eventuell im Warenwirtschaftssystem nach zuschauen ob und wo mein Wunsch erfüllt werden könnte, kam er nicht.

Fünf Minuten später stand ich mit meinem „Dehner-Einkaufswagen“ im benachbarten Baumarkt Bauhaus. Ob ich wohl hier fündig werden würde? Im Gartenbereich musste ich dann auch nach längerem Suchen einen jungen Mann ansprechen, der sich optisch durch die Kleidung als  Bauhaus-Mitarbeiter zu erkennen gab. Aber nur optisch! Denn seine Hilfe war nur von kurzer Dauer. „Wenn, dann draußen!“ Okay, manche würden sagen, „Immerhin, das ist doch eine Aussage mit 50%iger Trefferwahrscheinlichkeit“. Gut bedient, begab ich mich nach draußen, natürlich gab es dort keinen weiteren, fachkundigen Ansprechpartner. Aber welch ein Glück, ich fand meinen Schneckenzaun alleine, und welch ein Segen auch die VIER Winkel, allerdings auch etwas teurer, als bei den zwei Gartenmärkten zuvor. 

Die Konsequenz meiner Kollegin aus diesem doch sehr zeitintensiven Kauf ist, dass Sie ähnliche Anschaffungen wohl zukünftig online erledigen wird – mit gutem Gewissen den Fachmärkten gegenüber.

 


Ihre Mitarbeiter sind die Basis für eine erfolgreiche Kundenorientierung!

Donnerstag, 05. Mai 2011

Mitarbeiter involvieren – Strategien zum Anfassen

Die dbu Unternehmensberatung hat sich darauf spezialisiert, in der kundenorientierten Unternehmensführung gerade die Mitarbeiter ins Blickfeld zu nehmen. Schon seit Jahren setzen wir uns mit den praktischen Aspekten der Mitarbeiterführung auseinander – sei es in der Konzeption und Optimierung von Prozessen, der Gestaltung von Zielvereinbarungen oder konkreten Trainings. Wir unterstützen Sie dabei, gute Strategien und die ausführenden Mitarbeiter so früh wie nötig und so intensiv wie möglich zusammenzubringen.

Schon Goethe hat gesagt: „Es hört doch jeder nur, was er versteht.“  Auch die besten Strategien sind unnütz, wenn sie nicht von Ihren Mitarbeitern verstanden und umgesetzt werden! Eine aktuelle Gallup-Studie zeigt, dass nur 26 Prozent der Mitarbeiter wissen, wofür ihr Unternehmen steht und das Markenversprechen auch tatsächlich leben. Allzu häufig wird ein Großteil der Zeit auf die Entwicklung der Unternehmensziele verwendet, dabei kommt die Vermittlung zu den Mitarbeitern meist zu kurz.


Mitarbeiterorientierung vor Kundenorientierung!

Viele Unternehmen spüren es längst: Wenn gute Marketing-Strategien scheitern, liegt dies häufig an den Menschen, die sie umsetzen sollen. 

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Um diese zu identifizieren und Folge-Maßnahmen zu generieren hat die dbu Unternehmensberatung ein qualitatives Leistungsportfolio zum Thema Mitarbeitersensibilisierung entwickelt. Sei es in der Konzeption und Optimierung von Prozessen, der Gestaltung von Zielvereinbarungen oder konkreten Trainings. Wir unterstützen Sie dabei, erfolgsversprechende  Konzepte und die ausführenden Mitarbeiter so früh wie nötig und so intensiv wie möglich zusammenzubringen.

Beispiel einer erfolgreichen Strategie ist das Technologie- und IT-Unternehmen HLC. Die Grundüberlegung ist, dass der Fokus und die Strukturen einer Organisation auf die Kundenschnittstellen ausgerichtet werden – jenem Ort, an dem die Mitarbeiter an der Nahtstelle zum Kunden interagieren und für die Kunden echten Mehrwert erzeugen. Unter dem Titel „Employers first, Customers second“ hat Vineet Nayar, Geschäftsführer von HLC, im vergangenen Jahr 2010 ein Buch veröffentlicht. Fortführende Mehr Informationen bietet Ihnen folgender Presseartikel.

Als Einstieg in das Thema Mitarbeitersensibilisierung bietet die dbu Unternehmensberatung  verschiedene Führungskräfteworkshops an. mehr zum Leistungsangebot »

 


Blogserie zur Kundenwertsteuerung – Automobilhandel (Teil 2)

Mittwoch, 13. April 2011

Vor einigen Wochen haben wir eine dreiteilige Blogserie zur Kundenwertsteuerung gestartet und über ein Beratungsprojekt der dbu aus dem Bereich Versandhandel berichtet. Heute setzen wir mit einer Fallstudie aus dem Automobilhandel fort. Auch in diesem Bereich lässt sich ein werteorientiertes Kundenmanagement erreichen, sofern die richtigen Stellschrauben gesetzt sind. Denn Autohäuser stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Kunden immer seltener zu Gesicht zu bekommen. Die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge nimmt zu und die Wartungsintervalle werden immer länger. Zubehör lässt sich über das Internet bestellen und wichtige Fragen lassen sich dort ebenfalls schnell beantworten. Darüber hinaus bieten Multichannel-Anbieter wie ATU nicht nur einen attraktiven Lieferservice über das Internet, sondern werden in zunehmendem Maße auch eine sehr preisattraktive Alternative zu den Markenherstellern wahrgenommen. Auf diese Weise fallen weitere Anreize weg, sich auf den Weg ins Autohaus zu machen.

Inseln im Autohaus – Vertrieb & Service

Gilt deshalb nach wie vor die Aussage: „Das erste Auto verkauft der Verkäufer – alle übrigen der Meister“? Generell ist zwar festzustellen, dass die Qualität im Service darüber entscheidet, ob ein Kunde seinem Autohaus oder seiner Marke treu bleibt. Allerdings reicht die Kundenfrequenz im Autohaus für einen aktiven Verkaufsprozess bei Weitem nicht aus. Außerdem haben wir festgestellt, dass die Arbeitsteilung in vielen Autohäusern nach wie vor strikt zwischen Service und Vertrieb unterscheidet. Häufig finden sich Service- und Neuwagenkunden in verschiedenen Gebäudeteilen wieder und selbst die „Arbeitskleidung“ der Mitarbeiter unterscheidet sich vielfach deutlich. Ihre Fortsetzung findet diese Trennung häufig auch im Anreizsystem der beiden Mitarbeitergruppen, die nach unseren Erfahrungen nur in Ausnahmefällen auf eine ganzheitliche Kundenbetreuung ausgerichtet sind. Deshalb wird ein Servicekunde, bei dem der Meister ein Neuwagenpotenzial erkannt hat oder erkennen könnte, auch nur äußerst selten an den Verkäufer weiterleitet.

Wie lässt sich diese „kognitive Firewall“ in Form einer Denk- und Arbeitsbarriere in den Köpfen der Mitarbeiter überwinden? Einen lohnenden Ansatz stellt unserer Meinung nach ein Blick in die Kundendatenbank dar. Wie wir im Rahmen unserer Projekte ermittelt haben, verfügen Autohäuser in der Regel über eine große Zahl von Adressen, die sich aus Neuwagen-, Gebrauchtwagen-, Service- und Ersatzteilkunden sowie aus Interessenten speist. Hier kommen schnell einige Tausend Kontakte zusammen. Allerdings weisen diese Datenbanken häufig einen eklatanten Pflegenotstand und große Detaillücken auf.

Ein von uns immer wieder ermittelter Problembereich besteht darin, dass selbst eine Grobklassifizierung in aktive Kunden, passive Kunden und ungültige Adressen in vielen Autohäusern nicht bekannt ist. Nicht nur bei selbständigen Unternehmen, sondern auch bei Händlern, die auf zentrale Abteilungen für Adresspflege und -bearbeitung zurückgreifen können, ist häufig noch beträchtliches Optimierungspotenzial gegeben.

Der zweite Problembereich ist nicht minder gravierend: Während die aktiven Kunden durch die eigenen Verkäufer intensiv und umfassend betreut werden und häufig auch loyal zu ihrem Autohaus sind, stellt die große Gruppe der „passiven Kunden“ die größte Herausforderung für ein Autohaus dar. Gerade in diesem Segment liegen aber die größten Potenziale für Neuwagenkäufer. Um die Akquisitionskräfte im Autohaus fokussiert einzusetzen, unterstützen wir Autohäuser bei der Aufgabenstellung, aus diesem Gesamtbestand diejenigen Kunden herauszufiltern, die die größte Kaufwahrscheinlichkeit aufweisen und im ersten Schritt die eigenen Adressbestände zu bereinigen.

Kriterien zur Ermittlung von Kaufwahrscheinlichkeiten

  • Laufleistung gesamt
  • Datum der Erstzulassung
  • Zeit bis zur nächsten TÜV-Fälligkeit
  • Fahrzeugalter
  • Letzter Besuch im Autohaus
  • Fahrzeugtyp

Bei der Bereinigung zeigt sich allerdings immer wieder, dass selbst diese – für die Erfassung und eindeutige Identifikation eines Fahrzeugs unverzichtbaren – Daten häufig nur bruchstückhaft vorliegen. Bei der Laufleistung finden sich oft keine Angaben, oder es sind Schätzwerte eingegeben. Häufig ist auch das Datum der Erstzulassung (als wichtiger Anhaltspunkt zur Ermittlung der nächsten TÜV-Fälligkeit) nicht erfasst. Je unvollständiger der Datensatz ist, desto unpräziser können dann allerdings die Vorhersagen nur sein.

Einzelne Automobilhersteller unterstützen ihre Automobilhändler dabei, Zielpersonen häufig über mehrere Stufen zum Neuwagenkauf zu motivieren oder – teilweise auch als einstufige Aktion – als Servicekunden gewinnen wollen. Dazu kommen die klassischen Werbebriefprogramme zum Einsatz; teilweise finden aber auch kanalübergreifende Kampagnen statt. Der Engpass besteht allerdings darin, dass im Vorfeld oftmals keine Bereinigung der Kundenadressen und auch keine Ermittlung der Kaufwahrscheinlichkeiten erfolgt sind. Auf diese Weise bleiben die Ergebnisse diese Maßnahmen hinter den Erwartungen zurück. Außerdem haben wir festgestellt, dass derartige Werbebriefprogramme häufig auf den Servicebereich ausgerichtet sind und den Neuwagenbereich nicht oder nur ansatzweise abdecken.

Das Ziel unserer Arbeit ist die Ermittlung konkreter Kundenwerte, die sich der Ausgestaltung der Kundenansprache zugrunde legen lassen sowie die Unterstützung bei der Umsetzung von Werbemaßnahmen (Telefonskript, Mailing-Outlines). Zusätzlich stellt sich im Rahmen dieser Projekte fasst immer auch ein nicht zu unterschätzender Mehrwert ein: Die Überwindung von Denkblockaden zwischen Service und Vertrieb in den Unternehmen. Dabei wird immer wieder deutlich, dass die abgestimmte Betreuung der Kunden nicht nur eine höhere Wertschöpfung für das Unternehmen ermöglicht – sondern gleichzeitig auch zufriedenere Kunden „produziert“.

 


Relativitätstheorie: Ein anderer Blick auf die bvh-Zahlen

Donnerstag, 17. März 2011

In den letzten Wochen wurden die aktuellen Branchen-Zahlen des Bundesverbands für Versandhandel (bvh) kontrovers diskutiert. Einerseits sah sich jede der verschiedenen Sparten als Gewinner. Gleichzeitig wurde bereits das absehbare Ende des Katalogversands verkündet.

Der Versandhausberater engagierte sich „Wider die Verwirrung in der Einzelhandelsstatistik“ und stellte fest, dass genaues Hinsehen nötig ist:

Ende letzter Woche verblüffte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit schlechten Zahlen für den Versandhandel: 2010 seit der Umsatz zurückgegangen. Wirklich? Laut Destatis hat der Versand- und Onlinehandel im vergangenen Jahr „real“ um 1,3 % an Volumen verloren. Demgegenüber hat der Einzelhandel insgesamt sich um 1,2 % verbessert. […] Diese Zahl weicht deutlich von den Hochrechnungen des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels ab. Der hatte im Dezember bereits ein Wachstum von 29,1 auf 30,3 Mrd. Euro angekündigt. Der Online-Umsätze allein erhöhen sich von 15,5 auf 18,3 Mrd. Euro.

Bei alldem sollte eine ganz wesentliche Zahl nicht aus dem Auge verloren werden. Sie lautet sieben. Nur etwas mehr als sieben Prozent des deutschen Einzelhandels entfallen auf den Distanzhandel in seinen verschiedenen Ausprägungen, ob Online, Katalog oder TV-Shopping. Ohne Zweifel, das relative Wachstum ist deutlich wahrnehmbar: fast 15 Prozent seit 2006, und der Trend setzt sich fort. Aber absolut betrachtet hat sich der Anteil nur um insgesamt einen Prozentpunkt auf 7,8 Prozent erhöht.

Anteil interaktiver Handel am Einzelhandel

Quelle: bvh / TNS-Studie 2010: Aktuelle Zahlen zum Interaktiven Handel

Die Branche neigt hier also leicht zur Nabelschau, wenn die einzelnen Detailverschiebungen ausführlich debattiert werden. Doch sollte die Gesamtdimension nicht aus dem Auge verloren werden: der Großteil der Käufe findet heute immer noch ganz klassisch im stationären Einzelhandel statt. In der e-Commerce Nische tut sich ohne Zweifel enorm viel, aber kommen diese technischen und Marketing-Innovationen auch wirklich bei Otto Normalverbraucher an?

Wir erinnern uns an den politischen Gipfel zum sogenannten Bio-Sprit E10. Die Spitzen von Politik und Wirtschaft berieten angespannt, wie sie denn der Bevölkerung die nötigen Informationen zur Verfügung stellen und Vorbehalte abbauen könnten. Dabei hätte ein simpler Blick ins Internet auf die dort reichlich vorhandenen Informationen genügt.

Wie passt das zum heftig publizierten Bild des allzeit vernetzten und rundum informierten, mit seinem Smartphone quasi organisch verwachsenen Online-Bürger, der alle Marketing-Strategien des Handels derzeit bevölkert? Die Realität ist wahrscheinlich banaler: für die breite Masse der Menschen ist die virtuelle Welt noch deutlich weiter weg, als es die Online und Social Media Experten gerne haben wollen (wobei wir uns da ja durchaus selber auch immer mal ertappt fühlen…).

Erfolgreiche Händler sollten also neben den innovativen Nischen immer auch den Mainstream im Auge behalten. Sonst laufen sie Gefahr, die echten Massen- und Umsatzwirksamen Trends zu spät zu erkennen.

 


Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Shop und Website steh’n verlassen,
still erleuchtet jeder Browser;
fröhlich durch die virtuellen Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Windows haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein klick’n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich zoome aus den Bildern
bis hinaus ins Multichannel.
Hehres Shoppen, heil’ges Wildern,
wie so world wide ist das Web!

Sterne hoch die Preise klingen;
aus des Webshops Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen. -
O, du gnadenreiche Zeit!

Vermutlich hätte sich Joseph von Eichendorff im Grabe umgedreht. Der deutsche Lyriker (1788 – 1857) wusste noch nichts von e‑Commerce, Webshops und Internet. Und doch passt sein Gedicht so wunderbar zur Weihnachtszeit, dass wir es in abgewandelter Form dazu nutzen möchten, Ihnen – liebe Leserinnen und Leser – ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!

Um Ihnen die Zeit der Weihnachtspause (auch wir werden das Blog bis Mitte Januar 2011 ruhen lassen) für Sie nicht zu lang werden zu lassen, präsentieren wir Ihnen hier noch einmal die beliebtesten Artikel und Blogserien aus dem vergangenen Jahr.

Blogserie „Tante Emma im Einzelhandel“

Blogserie „Definition Multichannel“

Blogserie „Online-Shop des Monats“

Datenschutznovelle – ein Drama in 3 Akten

Interviews mit Shop-Betreibern & e-Commerce Fachleuten

Weitere beliebte Artikel aus dem dbu e-Commerce Blog

Was waren Ihre Lieblingsbeiträge aus 2010? Welche Wünsche haben Sie an uns in 2011, was die Auswahl der Themen und der Interviewpartner angeht? Wir freuen uns, wenn Sie uns zum Jahreswechsel einen kurzen Kommentar hinterlassen!

 


Gutscheine als Umsatz-Katalysator für Online-Shops

Dienstag, 14. Dezember 2010

Im Gastbeitrag „Anreize fürs (digitale) Empfehlungsgeschäft“ hatten wir Ihnen den Service von Tellja vorgestellt. Ein ähnlicher Katalysator für den Umsatz in Web-Shops sind Online-Gutscheine, die häufig im Rahmen des sogenannten Affiliate Marketings eine Vergünstigung für den Käufer bewirken und für den Vermittler eine Provision versprechen. Über diese Form der provisionierten Empfehlung wurde schon häufig geschrieben und gestritten (siehe Kommentare), zumal anscheinend nicht alle Anbieter seriös und aktuell arbeiten.

Doch das Prinzip hinter den virtuellen Gutscheinen ist nicht neu. Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt es mit dem aus Amerika (woher auch sonst?) stammenden „Couponing“ ein System, das den „Grundgedanken der in den 1950er und 1960er Jahren häufig verwendeten Rabattmarken nutzt. Dabei gewährt der Herausgeber einer ausgewählten Personengruppe gegen Vorlage eines Coupons einen Vorteil in Form eines Rabatts, einer Zugabe oder ähnlichem.“ (Quelle: Wikipedia)

Es gibt verschiedene Coupon-Arten, unter anderem eben den „Online-Coupon als Gutscheincode zur Einlösung bei einer Bestellung im Online Shop.“ Die Technik macht es einfach, an den virtuellen Rabatt zu gelangen. Vorm Absenden der Bestellung braucht der User nur eine vorher definierte Zeichenfolge ins Gutscheinfeld einzugeben und damit die Vergünstigung zu aktivieren. Je nach Art und Umfang des Gutscheins werden Rabatte auf die Bestellung gewährt oder die Versandkosten abgezogen. Die Online-Shops definieren selbst, welche Wirkung der Gutschein haben soll und über welchen Zeitraum die Codes gültig sind.

Gutschein-Anbieter im Vergleich

Wo die Gutscheine herkommen, lässt sich leicht über eine Google-Recherche herausfinden. Zahlreiche Gutscheinportale wie coupons4u oder Gutscheinaffe bieten die Gutscheine zu hunderten an. Die Betreiber verdienen daran nicht schlecht, da sie für jeden eingelösten Code eine Provision erhalten. Dafür müssen sie aber auch viel Zeit investieren, ihre Gutscheine aktuell zu halten. Schließlich ärgert es den Besteller, mehrmals abgelaufene Coupons einzugeben und dafür bei seiner Order eine Fehlermeldung zu erhalten.

Hier bei uns in Karlsruhe gibt es mit der Gutscheinconnection ebenfalls einen Anbieter, zu dem wir einen guten Kontakt haben. Interessanterweise setzt die Plattform auf Klasse statt Masse und hat für seine Partnershops ein eigenes System entwickelt, anstatt auf die großen Affiliate-Anbieter zu setzen. Geschäftsführer Oliver Stoll erklärt, wieso dies so ist:

„Von den großen Affiliate-basierten Coupon-Plattformen möchte sich die Gutscheinconnection bewusst abheben. Die Frage ist tatsächlich, ob der Kauf in einem E‑Shop durch den Gutschein inspiriert ist, oder ob der Kunde, der ohnehin etwas kaufen möchte, über Google noch einmal gezielt nach Gutscheinen von diesem Anbieter sucht, um Geld zu sparen.“

Shopbetreiber investieren in Gutscheine, um Neukunden zu gewinnen. Ist der Kunde einmal im Shop und vom Angebot überzeugt, kann er sich zum Stammkunden entwickeln. Wenn jedoch Gutscheine aller möglichen Anbieter jederzeit öffentlich zugänglich sind, funktioniert dieses Prinzip nicht mehr, sondern wird zu einer Art Dauer-Rabatt, der für seriöse Händler unrentabel ist. Dazu bietet Stoll eine Alternative:

„Unsere Gutscheine erhält der Kunde in dem Moment, wenn er gerade eine Bestellung bei einem der Gutscheinconnection-Partner abgeschlossen hat, sozusagen als Belohnung. Vielleicht ist er sogar gerade noch in besonders positiver Kauflaune.“

Aus den Angeboten der derzeit etwa 130 Partner darf sich der Kunde dann einen auswählen, den er besonders interessant findet. Der positive Nebeneffekt: Der Kunde wählt selbst seinen Favoriten und erhöht so die Kaufwahrscheinlichkeit. Und die Gutscheine sind nicht offen im Netz verfügbar.

Kundenbindung muss neu gedacht werden

Außerdem setzt Gutscheinconnection auf ein eigenes System und bilaterale Verträge zu den Shopbetreibern. „Das mag zwar auf den ersten Blick aufwändiger wirken, hat aber wesentliche Vorteile“, so Stoll. „Einerseits hat der Shopbetreiber direkten Zugriff auf seine Gutscheine, andererseits vermeiden wir das Problem der veralteten und ungültigen Gutscheine.“ Darüber hinaus kann der Shopbetreiber seine verschiedenen Werbemittel auch gezielt streuen und Neukunden anders ansprechen als Bestandskunden.

Und wie steht es nun mit der Loyalität der Kunden, lässt sich die über Gutscheine erzielen?

„Wir müssen uns von der alten Vorstellung verabschieden, dass ein Neukunde einmal gewonnen wird und sich die Kundenbeziehung dann kontinuierlich weiterentwickeln lässt. Diese Logik funktioniert nur noch für einen sehr kleinen Anteil der Kunden. Immer mehr Kunden haben keine echte Bindung an bestimmte Anbieter. Oder sie finden bestimmte Shops grundsätzlich schon gut, aber es fehlt der Kaufimpuls, weil gerade zig andere aktuelle Angebote um das Budget des Kunden konkurrieren. Für diese Kunden kann ein Gutschein der entscheidende Impuls sein.“

Als dbu können wir uns dem Statement nur anschließen: Kundenbindung muss in der heutigen Zeit völlig neu gedacht werden. Auch die Maßnahmen müssen vielfältiger und gleichzeitig individueller werden, um den Kunden jeweils dort abzuholen, wo er oder sie gerade steht. Ein Gutschein kann dafür genau die richtige Wahl sein.

 


Neuauflage der dbu-Studie “Multichannel Kundenbindung 2011″

Montag, 29. November 2010

Wirkungsvolle Kundenbindung ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Den einmal gewonnenen Kunden wieder in den Laden oder Web-Shop zurückzuholen, ist deutlich effizienter als eine aufwändige Neukunden-Gewinnung. Deshalb unterstützen wir als dbu Unternehmensberatung die Händler mit einer Neuauflage der erfolgreichen Multichannel-Studie aus dem vergangenen Jahr.

Die Studie unterstützt Unternehmen durch aktuelle Informationen dabei, ihre Potenziale voll auszuschöpfen. Schließlich ist eine überzeugende Multichannel-Präsenz ein wesentlicher Erfolgsfaktor:

Kunden bewegen sich schon längst ganz selbstverständlich in verschiedenen Kommunikations- und Shopping-Kanälen und erwarten dies auch von ihren Lieblingsmarken. Die Standards dafür entwickeln sich ständig weiter. Was gestern noch neu und außergewöhnlich war, wird heute vom Kunden schon als selbstverständlich vorausgesetzt.

Die Teilnehmer an der Multichannel-Studie 2011 haben folgende Vorteile:

  • Sie bringen Multichannel-Kundenbindung in Ihrem Unternehmen weiter voran und sichern sich damit einen Wettbewerbsvorteil.
  • Sie erhalten direkt verwertbare Erkenntnisse, wie Sie Ihre Kunden zu Multichannel-Kunden machen, denn diese sind deutlich lukrativer und loyaler.
  • Sie erfahren, ob Sie bisher Potenziale verschenken – und was Sie dagegen tun können.
  • Sie erhalten neue Perspektiven, wie Sie Ihren Online-Shop auch als Umsatzhebel für das Stationärgeschäft einsetzen können.

Unsere Experten erstellen auf Basis eines erprobten Fragenkataloges mit rund 60 Einzelfragen eine ausführliche Bewertung Ihres Multichannel-Auftritts. Antworten werden nach einer bewährten Methodik ausgewertet und liefern aussagefähige Einzelergebnisse. Zusätzlich fließen die einzelnen Aspekte gewichtet in die Gesamtbewertung ein. Die individuellen Ergebnisse zu Ihrem eigenen Unternehmen stellen wir nur Ihnen exklusiv zu Verfügung. Das bedeutet, sie sind niemandem sonst zugänglich.

Bei Anmeldung bis zum 7. Dezember erhalten Sie einen Vorzugsrabatt von 15 Prozent. Weitere Informationen und ein Faxformular (PDF) finden Sie auf unserer Website.

| Kommentare: 0

 


Herausforderung für Versicherer – Schaffung qualifizierter Leads für den Außendienst

Donnerstag, 18. November 2010
Versicherungsunternehmen stehen vor mannigfaltigen Herausforderungen: geringes Wachstumspotenzial, steigende Kosten-Schaden-Quoten, hohe Anforderungen und Druck auf den Außendienst, flankiert von einem Vertrauensverlust der Kunden infolge der Finanz und Wirtschaftskrise

Lesen Sie hier den veröffentlichten Artikel von Simone Spiegels (dbu Unternehmensberatung) und Professor Dr. Ralf T. Kreutzer (Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin) im Marke 41 Magazin.

http://www.dbu.com/unternehmensberatung/download/Marke41-Herausforderung-fuer-Versicherer.pdf

| Kommentare: 0