Bereits zum Jahresende verbreitete sich diese Grafik in der Blogosphäre und wurde in verschiedenen Online-Magazinen bereits intensiv diskutiert. Sie ist aber nach wie vor interessant, um Tendenzen in der Nutzung von Twitter und Facebook gegenüberzustellen und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Sozialen Netzwerke in Deutschland zu wagen.

(Quelle: www.digitalsurgeons.com)
Die Grafik enthält neben der demografischen Information auch Daten zum Verhalten der Nutzer in den Sozialen Netzwerken. Anders als vielleicht StudiVZ ist Facebook keine Plattform für die „Jugend“. Die Grafik zeigt, vor allem die Altersgruppen im Erwachsenen-Alter stark vertreten sind. Aus Inlandssicht lässt sich dies einfach erklären: Facebook ist ein Internationales Netzwerk und somit für Menschen interessant, die Kontakte und Freunde über die Landesgrenze hinaus haben. Auf der anderen Seite sind diese Altersgruppen sehr interessant für den Werbemarkt. Bei den Twitter-Usern zeigt sich ein ähnliches Bild, auch hier sind die Altersgruppen eher im Erwachsenen-Alter angesiedelt.
Greift man nun die Brand-Follower auf, zeigt sich, dass 40 Prozent der Facebook-User Marken auf Facebook folgen, allerdings nur 25 Prozent auf Twitter. Die Zahlen deuten also darauf hin, dass sich Twitter weniger dazu eignet, eine Marke werblich zu unterstützen. Der Adbites-Blog führt vier Gründe auf, aus welchen Gründen Menschen Marken auf Facebook folgen:
- 42 % suchen spezielle Angebote und Rabatte
- 33 % folgen der Marke aus Liebe zum Produkt
- 24 % wollen die neusten Informationen über die Marke
- 12 % der User wollen einer Marke Verbesserungsvorschläge unterbreiten
TheStrategyWeb erklärt hingegen, warum Marken auf Twitter nicht erfolgreich sind:
- Brands sind zu langsam: Sie sind häufig erst sehr spät dazu gekommen, ihre Namen zu besetzen.
- Brands sind nicht aktiv: Einige Marken sind registriert, aber nehmen nicht teil.
- Nicht persönlich genug: Keine Person, die hinter dem Account steckt und die Schwierigkeit, relevante Inhalte produzieren, die Resonanz in der Zielgruppe erzielt.
- Zu persönlich: Es besteht die Gefahr, Brands für die ‘Follower’ zu verfremden oder einfach nur auszusehen wie eine Fälschung.
- Auf qualitative Inhalte achten: Brands gehen manchmal in der Werbung zu weit („Willst Du Dich besser fühlen, kauf unsere Produkte zur Abhilfe!”).
- ROI ist ungewiss: Wirkung von Tweets kann man nicht messen („Was ist der ROI einer Konversation im wahren Leben?“).
- Niemand interessiert sich: Bei manchen Marken kümmert sich einfach niemand darum. Entweder das Produkt ist unbekannt, oder nicht relevant.
Aktuelle Zahlen zur Facebook-Nutzung in Deutschland finden sich unter http://allfacebook.de/zahlen_fakten. Im Januar waren es gut 15 Millionen, Ende März 16,2 Millionen und Ende April bereits über 18 Millionen Nutzer. Kein Wunder, dass StudiVZ, XING & Co. die Knie schlottern, was sinkende Nutzerzahlen und damit auch Werbeeinnahmen angeht. Schließlich findet gerade eine Verlagerung der Nutzung hin zu Facebook statt. Führen wir uns dann noch vor Augen, dass Twitter in Deutschland nur etwa 2,5 Millionen Nutzer hat, wird auch dem letzten Social Media Muffel deutlich, wo die virtuelle Reise hingeht. Um Facebook kommt über kurz oder lang niemand mehr herum, der eine relevante Zielgruppe ansprechen möchte.

















